Mein Getrübtes Sehnen - Blick in die Ferne

Gedichte

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Blick in die Ferne - Katharina Seffner

Nach der Enge das Tal geweitet.
Der Weg der Freiheit lag ausgebreitet.
Wand herab sich an dem Hang.

Der Ritter, der den Weg ihr gezeigt,
Verschwand im Dunst, ritt noch weit.
Sie blieb allein, den Weg vor sich bereitet.

Sie wurde des Nebels auf den Pfaden gewahr,
die sie gegangen Jahr um Jahr.
Nun sah sie die Ferne erstrahlen im Licht.

Sie stand am dem Wege und zögerte lang,
Der Ritter verschwunden, die Freiheit ihr bang.
Wähnte die Einsamkeit, schritt einmal zurück,
Sah in die Ferne und wählte das Glück.

Selbstverschuldete Klage - Rebekka Lieb

Des Lebens Zauber hat sich jäh verflüchtigt.
Es scheint schon wieder alles tonlos, grau.
Ich kenne diese Tage sehr genau.
Vielleicht ist das die Strafe (wie berüchtigt).

Man spielt des Lebens so genannte Spiele,
Und trägt den Hauptgewinn doch zum Schafott.
Wie gnädig ist der gute, alte Gott.
Man lehrte uns, dass er uns innig liebe.

Wir ließen leider ab von jenem Traum.
Nun pokern wir im herrschaftsfreien Raum.

Wie unbarmherzig, keinen Gott zu haben.
Man muss sich alle Tage selber tragen.

Das Paar - Katharina Seffner

Zwei Fremde, zwei Wege -
Und eine Gabelung.
Der eine wartet (Wegwarten im Haar);
Der and´re geht halbblind vorüber,
Hört leise den Ruf: "Warte." (ein Hauch),

Dreht sich gelassen und
wird seines Alleinseins gewahr.
Verweilt: Noch Stunden,
Noch Jahre (vielleicht).

Im Sommer - Rebekka Lieb

Ein Frühling geht dem Ende zu.
Das muss kein Tod sein, wirklich!
Ein bisschen Ich, ein bisschen Du.
…Das Bisschen Sommer wirkt nicht…

Die Blumen wollen wohl verwelken,
Die wir (verliebt) gepflanzt.
Erst waren's Rosen, später Nelken,
Heut sind es …?… - verwanzt.

Ich lieb' dich noch, was zweifelst du
An meinen leeren Worten?
Komm, Schatzi, mach das Fenster zu.
Mir ist so kalt… im Sommer.

Entscheidungen - Katharina Seffner

aufgestört in seinen Gedanken
ein Blatt
hat versucht sich zu halten an Ranken
verwirkt
wird nun getragen
vom Hauch, vom Wind
wie ein Kind

aufgestoben in seinen Gedanken
ein Blatt
hatte es satt
sich zu halten an Ranken
ließ davon ab
vertraute auf den Hauch
vom Wind getragen
den Rücken den Kindertagen

Mein getrübtes Sehnen - Rebekka Lieb

Alle unsre Augen
Öffnen sich gen Himmel,
Schlafen in den Städten
Ein zur schwarzen Nacht.

Mein getrübtes Sehnen
Lässt gewiss nichts ahnen,
Als das Tausendfache, das
Du dir schon gedacht.

Wieder auf der Suche
Werd ich Dich kaum finden.
Sehe durch die Schatten,
Streife durch das Land.

Mein getrübtes Sehnen
Lässt das Aug erblinden.
Greife in die Ferne -
Tand in meiner Hand.